Wahlberaterin WAHLTRAUT hilft dir kreuzweise: Initiative #stattblumen entwickelt Frage-Antwort-Tool, das zeigt, wie viel Gleichberechtigung in den Parteiprogrammen steckt.

“Wie schwul ist die CDU? Wie viel Schuld trägt die Linke? Bist Du der FDP 12 Euro wert? Will die SPD kein Kind von Dir?” Mit diesen Fragen legt Wahlberaterin WAHLTRAUT ab 24.08.2021 den Finger in die Wunde. Doch bei WAHLTRAUT handelt es sich nicht um eine freundliche, betagte Dame, die im Wahllokal die Zettel in die Urne wirft. WAHLTRAUT ist der Name eines neuen Online-Tools, das ähnlich wie der bekannte Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung funktioniert. Anders als dort gibt es bei diesem Angebot einen Themenschwerpunkt: Gleichberechtigung.

“Der klassische Wahl-O-Mat schaut sich gleichstellungspolitische Fragen nur unzureichend an. Sich für feministische Wahlentscheidungen selbst durch die Wahlprogramme zu wühlen, bedeutet großen Aufwand.” sagt Co-Initiatorin Sally Lisa Starken.

WAHLTRAUT enthält 32 Fragen aus 12 Themenbereichen, zu denen zum Beispiel die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, die Abschaffung der Abtreibungsparagraphen im Strafgesetzbuch, Außenpolitik, die Frauen berücksichtigt aber auch Fragen rundum Anti-Rassismus und Inklusion gehören. Nutzer*innen können jeweils ihre Positionen zu den einzelnen Thesen eingeben und vergleichen, inwieweit diese mit den Parteien übereinstimmen. 

Für Sally Lisa Starken, Cordelia Röders-Arnold und das ehrenamtliche Team rundum WAHLTRAUT ist dies bereits die zweite große Initiative, mit der sie feministische Themen Raum geben möchten. Anlässlich des Muttertags im vergangenen Jahr riefen die beiden Frauen die Online-Kampagne “Gleichberechtigung #stattblumen” ins Leben, die auf die sich zuspitzende Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern während der Corona-Pandemie aufmerksam machte. Mehr als 10.000 Menschen unterschrieben die Forderungen und den Appell, den sie persönlich an die damalige Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) übergaben. Mit WAHLTRAUT wollen sie an diese Bewegung anknüpfen.

“Wenn es in der jetzigen Geschwindigkeit weitergeht, haben wir die Lohnlücke in exakt 100 Jahren geschlossen. So lange können wir nicht warten. Um bei Gleichberechtigung endlich voranzukommen, müssen wir den Bundestag mit Menschen besetzen, die sich für dieses Thema ernsthaft einsetzen.” sagt Cordelia Röders-Arnold, Co-Initiatorin von #stattblumen.

Auf WAHLTRAUT’s Instagram Account @wahltraut2021 / @statt_blumen wird zudem Wissen über das Thema Gleichstellungspolitik vermittelt. Mehr als 6.000 Menschen folgen dem Account auf dem sozialen Netzwerk, weit mehr als 40.000 sehen die Videos, die ein ganzes Team aus Unterstützerinnen dort hochlädt.

Die Antworten von WAHLTRAUT basieren auf den eigenen Aussagen der großen Parteien, die für den Bundestag kandidieren. Knapp 60 Thesen haben die Initiatorinnen gemeinsam mit einem unabhängigen Gremium (u.a. UN Women Germany, Medica Mondiale, Doctors for Choice) ausgearbeitet und an die Parteien gesandt. Die Parteien haben daraufhin ihre Zustimmung, Ablehnung oder Neutralität zurückgemeldet und wie sie die genannten Forderungen erreichen wollen.

Die Idee für die aufmerksamkeitsstarke Kommunikations-Kampagne und der Name “WAHLTRAUT” stammen von der Hamburger Kreativagentur +KNAUSS. Verantwortlich für die konzeptionelle und technische Umsetzung von WAHLTRAUT.de sind die Bielefelder Agenturen YOUSTN und comspace.  

 

Website: www.wahltraut.de

Instagram: @statt_blumen bzw. @wahltraut2021

LinkedIn: www.linkedin.com/company/wahltraut

Facebook: https://www.facebook.com/Wahltraut/



Über die Initiatorinnen:

Die Initiative #stattblumen

Im Frühjahr 2020 hat die Kampagne #stattblumen die strukturelle Benachteiligungen von Frauen während der Corona-Pandemie aufgezeigt und verdeutlicht. Mit einem Appell an die Bundesregierung mit über 10.000 Unterschriften haben Sally Lisa Starken und Cordelia Röders-Arnold die öffentliche Aufmerksamkeit auf die fehlende feministische Politik gelenkt. Nun fordern sie, dass endlich Veränderungen folgen und der nächste Bundestag mit Kandidat*innen besetzt wird, die für Gleichberechtigung einstehen.

Quelle: WAHLTRAUT - Beraterin für die Bundestagswahl 2021 

 

www.wahltraut.de 

www.gleichberechtigung-statt-blumen.de

In den Monaten bis zur Bundestagswahl 2021 erhebt die EAF Berlin bundesweit die Anteile weiblicher, männlicher und nicht binärer Kandidat*innen, die von den aktuell im Bundestag vertretenen Parteien aufgestellt werden.

Die Erhebung zu den Kandidat*innen in den Wahlkreisen und auf den Landeslisten der Parteien findet im Rahmen des vom Bundesfrauenministerium geförderten Helene Weber-Kollegs (HWK) statt. Das HWK ist eine bundesweite, parteiübergreifende Plattform für mehr Frauen in der (Kommunal-)Politik.

Die EAF Berlin selbst ist ein unabhängiges und gemeinnütziges Beratungs- und Forschungsinstitut, das sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und mehr Vielfalt in Führungspositionen einsetzt.

Die Daten werden deutschlandweit ausgewertet und der interessierten Öffentlichkeit kontinuierlich auf der Webseite des Helene Weber Kollegs sowie in den sozialen Medien zur Verfügung gestellt. Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag beträgt aktuell lediglich 31,4 Prozent.

Nach der Bundestagswahl wird eine vertiefte Analyse sowie ein Abgleich zwischen den Kandidat*innen und den gewählten Personen erfolgen. Auf diese Weise lässt sich ermitteln, wer von den Parteien auf aussichtsreichen Plätzen aufgestellt worden ist. Die Nominierungen durch die Parteien müssen spätestens bis zum 19. Juli erfolgt sein.

Wenn Sie an den Daten interessiert sind und regelmäßig Zwischenergebnisse erhalten möchten, können Sie sich gerne für den Paritätsticker anmelden.

Landeslisten im Überblick: Parteien stellen mehr Frauen auf

Im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 wurden parteiübergreifend mehr Frauen als Kandidierende auf den Listen aufgestellt (+ 5 Prozentpunkte). Zwischen den Parteien bestehen jedoch erhebliche Unterschiede. Bei den Grünen und den Linken weisen die Listen aufgrund der internen Quoten-Regelungen im Durchschnitt 55 und 51 Prozent aus, bei der SPD sind es 44 Prozent. Bei der CDU wird ein durchschnittlicher Anteil von 43 Prozent auf den Landeslisten erreicht. Allerdings sehen die Landeslisten sehr unterschiedlich aus: das CDU-interne Ranking führen Bremen und das Saarland mit 60 Prozent Kandidatinnen an, die Schlusslichter bilden Thüringen mit 27 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 23 Prozent. Bei der CSU wurde die Liste erstmals in der Geschichte der Partei strikt paritätisch besetzt (gegenüber 27 Prozent bei der Bundestagswahl von 2017). Allerdings relativiert sich diese positive Entwicklung durch den deutlich geringeren Anteil bei den Wahlkreisen. Auf Platz 5 und 6 im Parteienranking bei den Landeslisten liegen FDP und AfD mit jeweils 25 bzw. 14 Prozent. Für diejenigen Parteien, die keine alternierende Besetzung der Listen mit Frauen und Männern vorsehen, ist zudem zu beachten, inwieweit Frauen auf den vorderen, aussichtsreichen Plätzen aufgestellt wurden oder stärker auf den weniger aussichtsreichen Plätzen zu finden sind. Auf welchen Plätzen die Parteien Frauen auf ihren Listen aufgestellt haben, sehen sie weiter unten bei den detaillierten Analysen nach Bundesland.

Frauenanteil unter den Direktkandidaturen liegt bundesweit bei 30 Prozent

Aufschlussreich ist der Blick in Bezug auf die Direktmandate vor allem für die Parteien, die ihre Abgeordneten vor- bzw. überwiegend über Wahlkreise gewinnen. Direkt gewählte Abgeordnete sind, unabhängig vom Zweitstimmenanteil, in jedem Fall im Bundestag vertreten (sog. Überhangmandate). Die Chancen ein Mandat zu erringen sind für Personen, die lediglich einen Listenplatz erhalten haben sehr viel geringer. Insgesamt wurden die Direktmandate von den Parteien überwiegend mit männlichen Kandidaten besetzt.

 

Offener Brief

#HelftAfghanistansFrauen

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,
Sehr geehrter Herr Vizekanzler Scholz,
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Kramp-Karrenbauer,
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Lambrecht,
Sehr geehrter Herr Bundesminister Maas,
Sehr geehrter Herr Bundesminister Müller,
Sehr geehrter Herr Bundesminister Seehofer,

wir bitten Sie eindringlich, neben den Botschaftsangehörigen, Mitarbeitenden der Entwicklungshilfeorganisationen und den Ortskräften so viele Frauenrechtlerinnen wie möglich zusammen mit ihren Familien aus Afghanistan zu retten. Diese mutigen Frauen haben sich als Politikerinnen, Journalistinnen, Juristinnen, Ärztinnen und Mitarbeiterinnen von Frauenorganisationen für Frauen- und Kinderrechte eingesetzt und damit für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Viele von ihnen haben jahrelang gegen alle Widerstände vertrauensvoll mit den westlichen Ländern zusammengearbeitet. Sie haben die gleiche, wenn nicht sogar noch schlimmere Behandlung durch die Taliban zu befürchten als die anderen Gruppen. Wir dürfen sie Folter und Mord durch die Taliban nicht schutzlos ausliefern.

Elke Ferner
Vorsitzende UN Women Deutschland

Auch die Landesfrauenräte und die Konferenz der Landesfrauenräte ghören zu den Unterzeichner*innen. Alle Informationen sind hier zu finden: Helft Afghanistans Frauen (unwomen.de)

Am 26. September ist Bundestagswahl! Und weil Gleichstellung keine Glückssache ist, rufen wir alle Wähler*innen auf: Geht wählen! Wählt #frauenpolitischkritisch!

 

Doch was sind die gleichstellungspolitischen Ziele und Visionen der Parteien? Welche Politiker*innen stehen für einen echten frauenpolitischen Aufbruch?

Danach haben wir die Spitzenkandidat*innen der demokratischen Parteien Armin Laschet, Olaf Scholz, Annalena Baerbock, Christian Linder und Dietmar Bartsch am DF-Küchentisch #frauenpolitischkritisch befragt. Die Videos der spannenden Interviews „DF-Küchengespräche“ sind ab dem 30. August auf www.frauenrat.de/bundestagswahl zu finden.

Quelle: Deutscher Frauenrat | Gleichstellung ist keine Glückssache

Der Deutsche Frauenrat hat eine neue starke Führung: Die Mitgliederversammlung wählte am Wochenende Dr. Beate von Miquel (Evangelische Frauen in Deutschlands (EFiD)) zur neuen Vorsitzenden des DF. Lisi Maier (AG Katholische Frauen) und Anja Weusthoff (DGB) unterstützen die 53-Jährige als stellvertretende Vorsitzende an der Spitze des Dachverbands von rund 60 Mitgliedsorganisationen für die kommenden vier Jahre.