PRESSEMITTEILUNG DER KLFR

Wahlbeben in Sachsen-Anhalt: Landesfrauenräte schließen die Reihen

Die Konferenz der Landesfrauenräte (KLFR[1]) erklärt sich angesichts des historischen Rechtsrucks und der bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin solidarisch mit allen Landesfrauenräten. Die Gefahr für Demokratie und Gleichstellung ist kein Problem einzelner Bundesländer, sondern eine bundesweite Herausforderung.

Magdeburg, 09. September 2026

Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt zeigt sich besorgt über den drastisch gesunkenen Frauenanteil im neu gewählten Landtag. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis werden künftig lediglich 18 Frauen* unter 83 Abgeordneten im Parlament vertreten sein. Damit sinkt der Frauenanteil auf 21,7 Prozent und erreicht den niedrigsten Wert aller deutschen Landesparlamente. Im bisherigen Landtag lag der Anteil noch bei 27,8 Prozent.

Magdeburg, 07. September 2026

Mit dem vorläufigen amtlichen Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die vom Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD mit 43,8 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt blickt mit großer Sorge auf den Ausgang der Wahl.

Zwangseinweisungen in sogenannte Tripperburgen der DDR

Aufruf Riebeckstraße 63 Bild

Zwangseinweisungen in geschlossene Venerologische Stationen (»Tripperburgen«) der DDR waren staatliches Unrecht. Nicht die betroffenen Frauen hatten Schuld, sondern der SED-Staat. Sind auch Sie betroffen? Dann haben Sie Anspruch auf Wiedergutmachung (Rehabilitierung), was auch bedeuten kann, dass Ihnen Ausgleichsleistungen zustehen. Melden Sie sich bei Riebeckstraße 63 e.V. und erhalten Sie Unterstützung und Beratung.

Der Riebeckstraße 63 e.V. in Leipzig arbeitet die Geschichte der geschlossenen Venerologischen Stationen auf und ist die zentrale Anlaufstelle für betroffene Frauen. Er bietet regelmäßig Erzählcafés an, bei denen Betroffene und Interessierte sich austauschen, hilft bei Recherchen und schafft Öffentlichkeit. Der Verein ist dabei, eine Beratungsstelle und ein Archiv mit Zeitzeuginnen-Interviews aufzubauen. Auch hierfür ist der Kontakt zu Betroffenen gewünscht, um Zeitzeuginnen-Berichte zu sammeln.

Wenn auch Sie dieses Unrecht erfahren haben und von Zwangseinweisung in eine geschlossene venerologische Station betroffen waren, können Sie sich an Riebeckstraße 63 e.V. wenden. Der Verein bietet Beratung und Unterstützung bei der Einsicht von Akten. Außerdem können juristische Beratung oder ein psychosoziales Angebot vermittelt werden. Auch Angehörige von Betroffenen können sich an den Verein wenden. 

Kontakt: Annkathrin Richter
Adresse: Riebeckstraße 63 e.V., Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Telefon: +49 17 77 80 59 73

„Solidarität und Empowerment – Frauen stärken und Gleichstellung gemeinsam gestalten“ war die diesjährige Überschrift für den Landesgleichstellungspreis. Bereits zum 4. Mal hat das Land Sachsen-Anhalt Menschen und Initiativen für herausragendes Engagement im Einsatz für Gleichstellung und Frauenrechte ausgezeichnet. Der Preis würdigt das Engagement und schafft Sichtbarkeit für die vielfältigen Themen, die Frauen und ihre Lebenswirklichkeiten betreffen.
Der Landesgleichstellungspreis ist in 4 unterschiedlichen Kategorien mit bis zu 1000,- € dotiert.

🏅 Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr:

🚲 der ADFC Sachsen-Anhalt für seine Fahrrad-Lernkurse für Migrantinnen,
📣 Catcalls of Halle für den Einsatz gegen sexualisierte Belästigung im öffentlichen Raum,
🥋 die Kampfsportgemeinschaft „Jodan Kamae“ Zeitz e. V. für ihr Engagement zur Stärkung von Frauen und Mädchen sowie für Gewaltprävention und strukturellen Schutz und
💜 Jacqueline Brösicke für ihr jahrzehntelanges Engagement für Frauen und Gleichstellung.
 
In ihrer Laudatio betonte Gleichstellungsministerin Petra Grimm-Benne: „Gleichstellungspolitische Errungenschaften sind nicht vom Himmel gefallen, sondern wurden mit Beharrlichkeit erkämpft und müssen immer wieder verteidigt werden. Gerade in einer Zeit, in der Frauenrechte und Gleichstellung wieder grundsätzlich infrage gestellt werden, verdienen Menschen, die Missstände benennen, für gleiche Rechte eintreten und anderen Mut machen, unsere besondere Anerkennung und Unterstützung.“ 

2026 Gleichstellungspreis Preistragende kompFoto: Ronny Hartmann
 
Die Projekte und Initiativen zeigen deutlich, was mit Engagement und gemeinsamem Einsatz schaffbar ist. Gleichzeitig wird klar: wir sind noch nicht am Ziel. Frauen und ihre Lebensrealitäten sind vielfältig und Gleichstellungsarbeit endet nicht. Durch Solidarität und Zusammenhalt lassen sich die Dinge gemeinsam vorwärts bewegen.
 
Der Landesfrauenrat gratuliert allen Preisträger*innen herzlich und wünscht den Projekten und vor allem den Engagierten dahinter viel Rückenwind und Engergie für die weitere Arbeit!