Magdeburg, 07. September 2026

Mit dem vorläufigen amtlichen Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die vom Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD mit 43,8 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt blickt mit großer Sorge auf den Ausgang der Wahl.

Die CDU erreichte 17,2 Prozent, die SPD 9,3 Prozent, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 8,9 Prozent, DIE LINKE 8,6 Prozent und das BSW 5,3 Prozent. Die FDP verfehlte mit 2,6 Prozent den Einzug in den Landtag. Die Wahlbeteiligung lag mit 77,8 Prozent auf einem Rekordniveau.

Als größter Dachverband für Fraueninteressen in Sachsen-Anhalt vertritt der Landesfrauenrat 35 Mitgliedsverbände mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Perspektiven. Gemeinsam setzen wir uns für Gleichstellung, den Schutz von Frauen* vor Gewalt sowie die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein.

„Dieses Wahlergebnis markiert einen tiefen Einschnitt für unser Bundesland. Viele Menschen, die sich tagtäglich für Demokratie, Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren, blicken mit Sorge auf die kommenden Jahre“, erklärt Annett Kannenberg-Bode, Vorstandsvorsitzende des Landesfrauenrates. 

Der Landesfrauenrat befürchtet, dass zentrale Fortschritte in der Gleichstellungs- und Geschlechterpolitik zunehmend unter Druck geraten. Frauenrechte und Gleichstellung sind keine Selbstverständlichkeit. Sie wurden über Jahrzehnte erkämpft und müssen immer wieder aufs Neue verteidigt werden.

Gleichzeitig betont der Verband seine Verantwortung gegenüber den Mitgliedsverbänden und den vielen Frauen*, die sich vor Ort engagieren.

„Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es starke Netzwerke und eine starke Zivilgesellschaft. Wir werden unsere Mitgliedsverbände auch weiterhin stärken, ihre Anliegen sichtbar machen und ihre Interessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit vehement vertreten“, so Yvonne Joachim, stellvertretende Vorsitzende des Landesfrauenrates.

Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt wird die politischen Entwicklungen der kommenden Legislaturperiode aufmerksam begleiten und sich weiterhin entschlossen für die Rechte von Frauen* und Mädchen*, für Vielfalt, Menschenwürde und demokratische Grundwerte einsetzen.

Die Arbeit für Gleichstellung, Teilhabe und ein diskriminierungsfreies Miteinander bleibt unabhängig von Wahlergebnissen eine zentrale Aufgabe.

PM_Landtagswahl_LSA_2026.pdf

 

Kontakt:
Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V.
Geschäftsführerin: Friederike Ewald
Tel.: 0391-60772665
Fax: 0391-61083534