Die ersten Zahlen einer repräsentativen Umfrage zum Thema häusliche Gewalt während der Coronakrise sind erschreckend. Die Studie belegt, dass bei Familien und Paaren, die in Quarantäne lebten oder finanzielle Sorgen hatten, es oft zu häuslicher Gewalt kam. 7,5% der Frauen in Quarantäne berichteten von Gewalt. Die Zahlen zeigen erneut: Geschlechtsspezifische Gewalt ist ein großes gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht.

"Jetzt ist die Zeit für verbindliche Maßnahmen für mehr Frauen in den Führungspositionen der Privatwirtschaft. Nur verbindliche Regelungen wirken - mit Freiwilligkeit kommen wir nicht weiter. Dieses Wissen ist durch diverse Studien, Evaluationen und Berichte belegt und muss endlich in gesetzgeberisches Handeln umgesetzt werden.", kommentiert die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V. (djb), Prof. Dr. Maria Wersig, die heutige Kabinettsbefassung mit der Dritten und Vierten Jährlichen Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes.

Besonders Frauen leisten in der aktuellen Krise einen immensen Beitrag für die Gesellschaft. Dies schlägt sich aber nicht ausreichend in politischen Entscheidungen nieder. So werden Frauen in Krisensituationen seltener an Entscheidungsprozessen beteiligt und finden sich regelmäßig nicht in gleichberechtigter Anzahl in Krisenstäben bzw. Beratungsgremien wieder.

Hätten Sie das gewusst? Die Herzinfarkt-Symptome sind bei Frauen und Männern unterschied-lich. Es liegen 79 Gene auf dem Y- und 1.500 Gene auf dem X-Chromo-som.

Jedes Jahr beschließt der Bundestag den Bundeshaushalt und legt damit fest, welche Projekte und Aufgaben durch öffentliche Gelder gefördert werden sollen. Die Entscheidungen, wofür diese Gelder ausgegeben werden, haben unmittelbare Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Verhältnisse und damit auch immer auf die Geschlechterverhältnisse. Das macht den Bundeshaushalt zu einer zentralen Stellschraube für die Durchsetzung tatsächlicher Gleichstellung: Würde die Geschlechterperspektive bei seiner Aufstellung und Verabschiedung durchgängig beachtet, könnte die herrschende Benachteiligung von Frauen abgebaut werden.