Am Montag, den 09. März, sind in Magdeburg zahlreiche Frauen* und andere solidarische Menschen unserem Aufruf „Ohne Uns!“ gefolgt und haben gemeinsam ein starkes Zeichen gesetzt. Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde eindrucksvoll sichtbar, was passiert, wenn wir unsere bezahlte und unbezahlte Arbeit niederlegen – und wie viel unsere Gesellschaft täglich von dieser oft unsichtbaren Leistung abhängig ist.
Unter dem bundesweiten Motto #ohneunsstehtallesstill kamen wir zusammen, laut, kraftvoll und solidarisch.
Die Kundgebung knüpfte an eine Tradition internationaler Frauen*streiks an – von Island 1975 bis zu den bundesweiten Aktionen in diesem Jahr.
Hunderte Menschen fanden sich auf dem Bahnhofsvorplatz ein, um auf die (Mehr-)Belastungen aufmerksam zu machen, die Frauen* täglich tragen: Erwerbsarbeit, unbezahlte Sorgearbeit, prekäre Arbeitsbedingungen, ökonomische Abhängigkeit und vielfältige Formen von Gewalt und Diskriminierung.
Neben Redebeiträgen – der Gleichstellungsbeauftragten des Landes Sarah Schulze, von Gewerkschaftsvertreter*innen, dem Töchter*kollektiv und dem Landesfrauenrat– standen Austausch, Sichtbarkeit und das gemeinsame Einstehen für Gerechtigkeit im Vordergrund.
Gemeinsam standen wir auch stellvertretend für all jene, die nicht an der Kundgebung teilnehmen konnten – für die, die Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder schlicht erschöpft und überlastet sind. Ihre Abwesenheit macht sichtbar, wie sehr unsere Gesellschaft auf der unsichtbaren Arbeit von Frauen* beruht. Unsere Präsenz galt daher allen Frauen* und marginalisierten Gruppen, die unter der Mehrbelastung und fehlender Gleichstellung leiden: queeren Personen, Frauen* mit und ohne Behinderungen und jenen, die Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit oder Armut erfahren.Denn Feminismus bedeutet: Wir kämpfen nicht nur für uns selbst. Wir kämpfen füreinander.
"Ihre Abwesenheit ist kein Schweigen- sie ist der lauteste Beweis dafür, dass diese Gesellschaft auf der unsichtbaren Arbeit von Frauen* beruht!" - Friederike Ewald (Geschäftsführerin Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V.).
Wir bedanken uns bei allen, die dabei waren, die Arbeit niedergelegt, Care‑Arbeit sichtbar gemacht oder uns gedanklich unterstützt haben. Jede einzelne Person hat dazu beigetragen, ein starkes, lautes und solidarisches Zeichen zu setzen.
Wir stehen still – damit sich endlich etwas bewegt.
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Ein besonderer Dank gilt zudem unseren Fotografen Andreas Lander (https://andreaslander.de/) und Wenzel Oschington, die die Atmosphäre der Kundgebung eindrucksvoll eingefangen und sichtbar gemacht haben.


