Laut dem Bundeslagebild Menschenhandel des Bundeskriminalamtes waren im Jahr 2020 93,8 % der Betroffenen von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung weiblich, 42,7 % dieser Frauen* unter 21 Jahre alt. Das bedeutet einen Anstieg von über 10 % im Vergleich zum Vorjahr. 24,4 % der jungen Frauen* und Mädchen* gaben an, dass sie durch die sogenannte „Loverboy-Methode“ zur Prostitution gebracht wurden. Auch hier ist ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren zu erkennen.

Ein „Loverboy“ ist in den meisten Fällen ein junger Mann, der Mädchen* und junge Frauen* über soziale Medien kontaktiert und ihnen eine Liebesbeziehung vortäuscht. Die Betroffenen geraten in eine Abhängigkeit zu ihm. Er macht sie gefügig indem er sie erpresst, unter Druck setzt und von ihrem Umfeld isoliert. So zwingt er die Betroffenen in die Prostitution.

Besonders an der Methode ist, dass jedes Mädchen* unabhängig von Herkunft oder Bildungsstand Opfer eines „Loverboys“ werden kann. Bemerkt das Umfeld was gerade passiert, ist es oft schon zu spät, um das Mädchen* zu schützen, da sie sich schon in zu großer Abhängigkeit zum „Loverboy“ befindet. Die vorangegangenen Informationen verdeutlichen das Erfordernis, sich dem Thema auch in Sachsen-Anhalt interdisziplinär anzunehmen und es zu bearbeiten.

Der Fachtag soll dazu den Auftakt geben.

Für die Weiterleitung in Ihre Netzwerke und nähere Informationen nutzen sie gern das beigefügte „Save the Date“.

Ausführliche Informationen und die Anmeldemodalitäten erhalten Sie im Sommer 2022.

pdfSavethedate_Fachtag_Loverboy_Fachstelle_Vera_Fachhochschule_Polizei.pdf