(MZ, 06.04.2020): Während der Corona-Pandemie zeigt sich, wie unentbehrlich gerade die Arbeit vieler Frauen ist. Der Applaus, den sie bekommen, ist Ausdruck von Respekt, sagt Eva von Angern, Vorsitzende des Landesfrauenrates.

„Es sind die Frauen, die das Land rocken“ titelt der Tagesspiegel. Plötzlich erweisen sich Pflegerinnen und Supermarktkassiererinnen als systemrelevant. Die Kanzlerin bedankt sich ganz ausdrücklich bei diesen Beschäftigten, die jetzt das Überleben sichern. Wer sich schon länger mit Geschlechterfragen befasst, ist weniger überrascht: Die feministische Ökonomie analysiert seit Jahrzehnten die gesellschaftliche Bedeutung dieser oft unsichtbaren und nicht bzw. unterbezahlten Arbeit, die sogenannte Sorge- oder „Care“-Arbeit. Das Gutachten zum Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (2017) trägt dies im Titel: „Erwerbs- und
Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten“. Die Forderungen zur Aufwertung dieser vor allem von Frauen geleisteten Arbeit stehen also schon lange im Raum und die Politikempfehlungen dazu liegen allesamt auf dem Tisch: bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung, außerdem eine Reform der Aus- und Weiterbildung. Die Berufe sollten nicht vorzeitig wegen Überlastung verlassen werden müssen und ordentliche Aufstiegschancen bieten, also zu „Lebensberufen“ werden. Der Satz aus dem entsprechenden Themenblatt zum Gleichstellungsbericht bekommt vor dem Hintergrund der jetzigen Situation einen bitteren Beigeschmack: „Die Kosten dieser Aufwertung sind wesentlich niedriger, als wenn die Gesellschaft auf dem Pfad der Billigdienstleistungsökonomie verbliebe.“

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Quelle und Download: Frey, Regina (2020): Corona und Gender – ein geschlechtsbezogener Blick auf die Pandemie und ihre (möglichen) Folgen. Download: http://www.gender.de/cms-gender/wp-content/uploads/gender_corona.pdf (Arbeitspapier)

In der Ausgabe der Mitteldeutschen Zeitung von heute (02.04.2020) findet sich ein Artikel zum Thema häusliche Gewalt in den Zeiten der COVID-19 Pandemie. Die Vorsitzende des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e.V., Eva von Angern, bezieht darin klar Stellung.

Women20 (W20) ist eine offizielle Dialoggruppe der Gruppe der Zwanzig (G20), die sich für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter in den G20-Ländern und darüber hinaus einsetzt. Der DF ist zusammen mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) vom Bundeskanzleramt mandatiert, die Forderungen aus Deutschland in die W20 einzubringen.

Die Corona-Krise hat auch besondere Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen. Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey ist deshalb mit den Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -ministern der Länder im intensiven Austausch. Es wurden zehn Maßnahmen vereinbart, die Frauen jetzt konkret helfen können.